Trainieren mit Biss

Trainieren mit Biss

Da ich ein ziemlich dünnes Handgelenk habe, stellte sich das Tragen von Sportuhren oft als ein großes Problem für mich dar. Denn die meisten GPS-Uhren sind eher auf Konsumenten als –innen ausgelegt und deshalb meist zu klobig, zu breit und zu groß für zarte Frauenhändchen. Als ich das erste Mal die Uhr in meinen Händen hielt, befürchtete ich wieder dasselbe Problem. Zu meinem Erstaunen wurde ich nach Anlegen der TomTom Runner Cardio GPS vom Gegenteil überzeugt – die Uhr wirkt nur wegen des überdimensionalen Displays so groß.  

Sabine Treffner

Nur ein Knopf

Beim näheren Betrachten bemerkt man sofort, dass die Uhr nur einen einzigen Knopf besitzt. Mit diesem kann man ohne Probleme einfach und intuitiv durch die Funktionen navigieren. Die Menüführung ist einfach und versteht sich ganz von selbst. Das Display kann drei Informationen anzeigen, die man sich selbst beliebig anzeigen lassen kann. Man kann zwischen Zeit, Dauer, Distanz, Geschwindigkeit, Pace und Kalorien wählen.  

Durch die neue LED-Sensor-Technologie wird der Puls direkt vom Handgelenk gemessen. Jeder Sportler, der schon einmal mit Puls trainiert hat, weiß, wie nervig Brustgurte sein können. Vor allem wenn sie nicht gut sitzen, zwicken, rutschen oder einfach nicht funktionieren wollen. All diese Probleme fallen mit dieser Technologie weg, zumindest verspricht sie das. Funktionieren soll das Ganze mit einem optischen Sensor, der den Blutvolumenfluss unter der Haut misst. Mithilfe komplexer Algorithmen wird anhand des Pulssignals die tatsächliche Herzfrequenz berechnet. Klingt doch alles sehr technisch, aber funktioniert es auch? 

Der Vergleich

Ausgestattet mit einer Uhr, die den Puls mittels Brustgurt ermittelt auf der linken und der TomTom Runner Cardio GPS  auf der rechten Hand, bin ich sofort losgestartet, um die Pulsmessung zu testen. Vor dem Start ein Blick nach links: „80“, ein Blick nach rechts: „81“. Stimmt soweit alles. Nach den ersten Metern links „110“, rechts „110“. Wow, scheint also gut zu funktionieren. Ich gebe jetzt richtig Gas, um zu sehen, wie schnell die TomTom Uhr auf die schnelle Belastung reagiert. Zwar benötigt sie 1-2 Sekunden länger als die andere Uhr, aber auch die Pulswerte sind dann circa gleich (links 160, rechts 162).  

Auch nach inzwischen einigen Läufen kann ich nur bestätigen, dass die Pulsmessung wirklich gut funktioniert, insofern die Uhr auch richtig fest am Handgelenk sitzt. Einzige Ausnahme: Wenn man trotz Kälte keine Handschuhe benutzt und deshalb die Hände einfrieren, kann es passieren, dass die Uhr falsche Werte anzeigt. Das hat aber den logischen Grund, dass bei der Technologie das Blut gemessen wird, das beim „Einfrieren der Hände“ nicht mehr richtig zirkulieren kann. Also am besten immer brav Handschuhe tragen, dann funktioniert die Herzfrequenzmessung perfekt. 

Schnellere Standortermittlung

In weiterer Linie ist die Uhr auch mit GPS ausgestattet, genauer gesagt mit der QuickGPSFix-Technologie. Diese verspricht durch die neueste GPS- und GLONASS-Satellitentechnologie eine schnellere Standortermittlung und dadurch ein „schnelleres Weglaufen“. Es gibt nichts Schlimmeres als im Winter ewig lange auf ein GPS-Signal zu warten, weswegen ich auch sehr gespannt auf diese Funktion war. Ich habe beim ersten Mal mitgestoppt und war verblüfft: Ganze 10 Sekunden hat es nur gedauert, bis das GPS-Signal gefunden wurde. Ich habe schon einige GPS-Uhren getestet, aber so schnell war bis jetzt keine. Auch bei den darauffolgenden Läufen gab es nur ein einziges Mal, bei dem ich etwas länger warten musste. 

Zur GPS-Aufzeichnung kann ich auch nur Positives sagen. Während des Laufs stimmen Km-Anzeige und die durchschnittliche Geschwindigkeit. Zu meinem Erstaunen kann man sich sogar auf die aktuelle Geschwindigkeit meist verlassen - das hatte bisher bei keiner einzigen Uhr, die ich getestet habe, funktioniert. Meiner Meinung nach ist die Technologie einfach noch nicht so weit, jedoch funktioniert das bei der TomTom schon recht gut. Beim Betrachten der Aufzeichnung auf der TomTom My Sports Plattform erkennt man auch schnell, dass die Daten sehr genau sind und zu 99% das aufgezeichnet wurde, was man auch wirklich gelaufen ist. Bisher hatte ich auch noch keinen einzigen Lauf, bei dem die Aufzeichnung komische Ecken oder Ausreißer hatte. Aber was soll man sich sonst anderes von einer Marke, die für ihre Navigationsprodukte bekannt ist, erwarten? 

Ungefährer Indoor-Tracker

Eine weitere Funktion ist der Indoor Tracker, welche auch durch integrierte Sensoren die Messung im Fitnesscenter oder in Hallen ermöglicht. Diese Funktion habe ich zwei Mal auf dem Laufband getestet. Die zurückgelegten Kilometer haben sich jedoch um ca. 800m von der Anzeige des Laufbands unterschieden. Aber hier stellt sich dann auch die Frage, ob die Anzeige auf dem Laufband korrekt ist. Auch wenn es nicht 100 prozentig korrekt sein sollte, ist es eine tolle Funktion für Indoor-Läufe um ungefähre Anhaltspunkte zu haben. 

Weiter kann man zwischen individuellen Trainingszielen wählen. Bei "Ziele" kann man ein Distanz-, Zeit- oder Kalorienziel wählen und den Fortschritt verfolgen. Bei "Intervalle" kann man zwei verschiedene Distanzen oder Zeiten einstellen, die dann mittels Vibration und Anzeige mitgeteilt werden. Ein weiteres Trainingsziel ist das "Rennen", bei dem man aktuelle Läufe mit vergangenen Leistungen vergleichen kann. Man kann also in Echtzeit gegen seinen "Geist" laufen. Weiter gibt es noch die Funktion "Runden", bei der man einstellen kann, wann eine Runde gezählt werden soll und "Zonen", bei der man Pulsbereiche einstellen kann, nach dessen man trainieren kann beziehungsweise alarmiert mit, wenn man eine Pulszone verlässt. 

Tolle Extras

Die Uhr ist übrigens bis zu 50 Meter wasserdicht, hat eine Akkulaufzeit von acht Stunden (GPS und Herzfrequenzmessung) beziehungsweise zehn Stunden (nur GPS) und ist mit Bluetooth® Smart ausgestattet – so kann man auch schnell die letzte Trainingseinheit bequem per MySports App hochladen. Desweiteren sind die Armbänder austauschbar und in vielen verschiedenen Farben erhältlich.

TomTom Multi-Sport Cardio

Für diejenigen, die neben dem Laufen auch gerne Schwimmen oder Radfahren, gibt es die TomTom Multi-Sport Cardio, die zusätzlich zu den Funktionen der TomTom Runner Cardio, einen Schwimm-Sensor für das Tracken der zurückgelegten Schwimmbahnen verfügt und auch das Radtraining mittels Kadenzmesser bestens unterstützt.

 

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